Hermann Hesse – Stufen

hesse-stufenDas wohl bekannteste Gedicht von Hermann Hesse ist „Stufen“. Das Gedicht entstand 1941 nach langer Krankheit des Schriftstellers und hatte den Arbeitstitel „Transzendieren“. Dieses Gedicht wird zudem als essenziell für den Roman „Das Glasperlenspiel“ angesehen und dort auch zitiert und wiedergegeben, sowie vom Autor, durch einen Protagonisten im Buch, eigenständig interpretiert. Die Auswertung seiner eigenen Gedichte setzt Hermann Hesse damit weiterhin um. Auch in seinen früheren Werken „der Steppenwolf“ und „Peter Camenzind“ hat er dies bereits betrieben.

Das Gedicht besteht aus drei unterschiedlich langen Strophen und ist im fünfhebigen Jambus mit weiblicher Kadenz geschrieben. Es sind wenig Stilfiguren zu finden, dadurch wird der Leser mit dem Eindruck von Prosa bedacht. Trotzdem ist das Gedicht äußerst bildhaft.

Hermann Hesse beschreibt in diesem Gedicht den Prozess der Lebensstufen, die aufeinanderfolgen, wie die Stufen in der Natur. Eine Abwechslung von Altem und Neuem und der Veränderung. Auf jeden Abschied folgt ein Neubeginn. Der Mensch soll sich an keiner der Stufen festklammern und lieber die Weiterentwicklung zulassen, da ansonsten keine Ausweitung möglich ist. Auf einer Stufe zu verweilen kann zu Langeweile und Lähmung führen, dann ist es an der Zeit weiterzugehen. Selbst der Tod und der damit einhergehende Abschied ist nur eine weitere Stufe.

 

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