Biografie

Hermann_HesseHermann Karl Hesse gilt heute als einer der einflussreichsten deutschen Schriftsteller und reiht sich damit nahtlos neben Goethe und Schiller in vielen Schulen Deutschlands ein. Sein Leben begann am 02.07.1877 in Calw, Württemberg und endete am 09.08.1962 in der Schweiz, im Kanton Tessin. Weltruhm erhielt er durch seine beiden Prosawerke „Der Steppenwolf“ und „Siddhartha“, aber auch viele seiner Gedichte sind heute fester Bestandteil der Allgemeinbildung. Der Schriftsteller und Maler erhielt für sein Schaffen im Jahre 1946 sogar den Literatur-Nobelpreis und 1954 wurde er zusätzlich mit dem Orden für Wissenschaft und Künste „Pour le Mérite“, neben dem „Schwarzen Adler“ die wichtigste Auszeichnung Preußens, geehrt.

Dabei war er eigentlich ein gebürtiger Russe, denn sein Vater war ein deutsch-baltischer Missionar und somit hat er sich selbst dazu entschieden, mehrfach die Schweizer Staatsbürgerschaft anzunehmen und auch die deutsche Staatsbürgerschaft im Laufe seines Lebens zu erhalten. Wobei dies wahrscheinlich nicht zuletzt durch Umzüge seines Vaters beeinflusst wurde und durch eine gewisse Rastlosigkeit und Unzugehörigkeit zu einer bestimmten Kultur. Hermann Hesse lebte im Laufe seiner Jugend mit freundlicher Ausgrenzung, die auch seinen Vater und seine Großmutter erlebten, sie gehörten nirgends richtig dazu und auch von seiner Familie schottete er sich im späteren Leben immer mehr ab.

Dies lag vor allem daran, dass sein Elternhaus aufgrund der Missionarstätigkeit seines Vaters nicht dauerhaft verwurzelt war. Mehrfach lebte die Familie inklusive ihrer fünf – später nur noch drei – Kinder in Indien, Deutschland und der Schweiz. Hermann Hesse erhielt vor allem Rückhalt in der Bibliothek seines Großvaters, deren Werke er verschlang.

Trotzdem machte er nach seiner doch recht schwierigen Schulzeit zuerst eine Ausbildung zum Buchhändler, die er schnell abbrach und danach eine Mechanikerlehre in seiner Geburtsstadt Calw, die ihn jedoch so sehr langweilte, dass er sich erneut zu einer Buchhändlerlehre in Tübingen entschloss, die er daraufhin ernsthaft betrieb. Dort arbeitete er für ein Jahr nach seiner Ausbildung, bis er 1899 nach Basel umzog. Auch in Basel arbeitete er als Buchhändler und erlebte seine ersten Erfolge als Schriftsteller, die ihn 1904, nach seiner Heirat mit der Fotografin Maria Bernoulli, zum Bodensee führten. Am Bodensee schrieb er weiter und war oft auf Reisen.

Nach mehreren dieser Auslandsaufenthalte, unter anderem in Indien, und weiteren Romanen und Gedichten, die er veröffentlichte, meldete er sich 1914 als Freiwilliger für Deutschland im Ersten Weltkrieg. Jedoch nicht als Soldat, sondern als Bibliothekar. So verschickte er Bücher und war Herausgeber verschiedener Zeitschriften und Zeitungen für deutsche Kriegsgefangene.

Seine drei Söhne und die Mutter verlor Hesse nach der Scheidung 1923. Die Familie hatte sich auseinandergelebt, woraufhin er 1919 allein nach Tessin umzog und ein zweites Mal heiratete. Die Ehe mit Ruth Wenger hielt jedoch nur drei Jahre. Seine dritte Ehe schloss er mit der Kunsthistorikerin Ninon Dolbin.

1961 erkrankte Hermann Hesse an einer Grippe. Seine bis dato unerkannte Leukämie sorgte allerdings dafür, dass er sich nur schwer von der Krankheit erholte. Trotz späterer Behandlung durch Bluttransfusionen verstarb er im August 1962 an einem Schlaganfall im Schlaf.